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Meine Biographie

Mein Lebenslauf beginnt im Jahr 1958. Es war eine Zeit, die ein anders geartetes Lebensgefühl vermittelte, die eine frische Duftnote in den althergebrachten Staub brachte und die Möglichkeit bot, eigenen Wünschen nachzugehen.

Die Lebenswellen meiner Kindheit spülten mich von meiner Geburtsstadt Heilbronn / Neckar im vierten Lebensjahr nach Kemnat auf den Fildern. Der Kindergarten in der Eugenstrasse war die erste Kontaktstätte, in denen sich die Kleinen und schon etwas Größeren tummelten.

Mit der Schultüte im Arm begann nicht erst Mitte der Sechziger Jahre der Einstieg in den "Ernst des Lebens", den kleinen Lederranzen auf dem Rücken. Meine Jahrgangsmitstreiter feiern in diesem Jahr „50 Jahre Einschulung“ mit mir einen dreitägigen Ausflug ins Altmühltal.

Nach fünf Grundschuljahren folgten die sechs Jahre auf der Realschule in Stuttgart-Sillenbuch. In der hausaufgabenfreien Zeit trugen Radio und Fernsehen sportliche Höchstleistungen und die erste Mondlandung ins heimische Wohnzimmer. Der Musikgeschmack wurde geprägt und Gruppen wie "Santana", "Manfred Mann´s Earthband" oder die "Stones" sind bis heute in meinem Repertoire nicht verzichtbar. Heinz Erhardt und Gerd Fröbe ernenne ich zu meinen Lieblingsschauspielern.

Die Jugend bestimmende wichtige Ereignisse wie Konfirmation, die es übrigens erstmals 1538 in Deutschland gab oder Schulabschluss hatte ich konventionell einigermaßen im Griff. Wie es in diesem Jahr so passt. Mit meinen Realschulkommilitonen begehe ich diesen Sommer einen mehrtägigen Ausflug in den hessischen Odenwald unter der Horizonterweiterung : „40 Jahre Realschulabschluss: 1975-2015.“ Wer hat ähnliches schon unternommen? Freue mich auf Rückmeldungen.

Alsbald setzten politische Proteste gegen den Vietnamkrieg der Amerikaner, RAF- Terrorismus, Fahrpreiserhöhungen und der Ost-West-Vertrag durch Brandt ("Wir wollen mehr Demokratie wagen") Zeichen. Was ich schon damals verfolgte, zu mal meine elterlichen Wurzeln im sächsisch-anhaltinischen Raum liegen.

Nach der dreijährigen Lehre zum Kartographen im örtlichen Verlagswesen schnallte ich für ein paar Monate den Bundeswehrrucksack im "Nahe-liegenden" Städtchen Idar-Oberstein über.

Gegen Ende der Siebziger Jahre entschloss ich mich über den Zweiten Bildungsweg zu einem Studium in meinem erlernten Beruf. Die Erkenntnis, dass das westdeutsche Bildungssystem eine zukunftssichere Berufsperspektive einbrächte und mein Interesse an redaktioneller Tätigkeit in der Branche, gaben die Richtung vor. Mit dem Sommersemester 1984 beendete ich das Studium der Kartographie an der Fachhochschule Karlsruhe – wie sich herausstellen sollte in jeder Beziehung und nicht nur dort. Der Beruf ist 2013 von der Landkarte verschwunden. Die IHK und die Ausbildungssysteme bieten ihn nicht mehr an.

Mitte der Achtziger Jahre konnten bereits nicht alle hoch ausgebildeten Fachkräfte in gewünschten oder mögliche Arbeitsverhältnisse untergebracht werden oder tätig sein. So verließ ich denn nach ca. einem halben Jahr, Mitte 1985, die Warteschlange der Bewerbungen und bin seit dem, das bedeutet mittlerweile 34 Jahre, in der Elektronik- und Empfangstechnik im Service-Bereich / Wareneingang, Versand und Auftragserfassung beschäftigt. Unsere Gesellschaft hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte stark gewandelt – und mit ihr die beruflichen Anforderungen. Den Beruf „fürs Leben“ gibt es heute nicht mehr, aber eine so lange Zeit in einem Unternehmen ist mittlerweile auch eine Ausnahme.

Eine vom Unternehmen angedachte Umstrukturierung mit einer geplanten Entlassung konnte dank gewerkschaftlichem Rückhalt und meiner erneuten Wahl zum Betriebsrat abgewendet werden. Somit kann ich bis heute meine Energie und meine Einfälle in einem internationalen, Unternehmen in Pliezhausen einbringen. Ein durch das spätere Führungspersonal des Arbeitsgebers bezahltes achtmonatiges Lebenshilfeprojekt stabilisierte mein Auftreten in der Berufswelt.

Mein soziales Engagement seit dem Jahr 1988 wurde durch die langjährigen Vereins- und Projektgruppenmitgliedschaften entwickelt, in den Kreisen gefördert und mündete vor einem Jahr im 30-jährigen Jubiläum als Fachwart für Heimat und Brauchtum; 30 Jahre Zugehörigkeit zur Projektgruppe Naturkundebuch im Rahmen der Volkshochschule Ostfildern und 14-jährigem Engagement als Fachwart für Naturschutz im Schwäbischen Albverein e.V. / Esslinger Gau. Betriebsrat seit 2010 und Delegierter der IG Metall für den Raum Reutlingen-Tübingen seit 2016.

Aktualisiert 20.05.19